Die Altersvorsorge in Spanien hat ein strukturelles Problem: Die durchschnittliche staatliche Rente beträgt etwa 1.300 € pro Monat – genug für das Nötigste, aber nicht, um den Lebensstandard derjenigen aufrechtzuerhalten, die zuvor 2.500–3.000 € verdient haben. Die staatliche Rente durch private Ersparnisse zu ergänzen, ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Wie viel musst du für den Ruhestand sparen?
Die 4-Prozent-Regel: Wenn du nachhaltig 1.000 € pro Monat aus deinem Portfolio erzielen möchtest, benötigst du 300.000 € Ersparnisse (1.000 € × 12 Monate / 0,04). Für 2.000 € pro Monat: 600.000 €.
Praxisbeispiel: Wenn du im Alter von 30 Jahren beginnst, monatlich 300 € bei einer jährlichen Rendite von 6 % anzusparen, verfügst du mit 65 Jahren über ca. 430.000 €. Bei monatlichen Einzahlungen von 500 € sind es ca. 717.000 €. Die Zeit ist der wichtigste Faktor.
Anlageformen für die Altersvorsorge in Spanien
1. Individueller Rentenplan
Der Rentenplan bietet den größten steuerlichen Vorteil: Die Einzahlungen verringern direkt die Bemessungsgrundlage für die Einkommensteuer.
- Jährliche Obergrenze: 1.500 € mit Einkommensteuerermäßigung
- Wenn Ihr Unternehmen über einen betrieblichen Altersvorsorgeplan verfügt: bis zu 8.500 € zusätzlich
- Illiquidität: Eine Auszahlung ist erst im Ruhestand (und in einigen Ausnahmefällen) möglich
- Besteuerung bei Auszahlung: als Arbeitseinkommen (nicht als Kapitalertrag) – ungünstiger als bei Fonds
2. EPSV (nur im Baskenland)
Entspricht dem Pensionsplan im Baskenland, mit großzügigeren Obergrenzen (5.000 €/Jahr mit Steuerabzug) und besseren steuerlichen Bedingungen. Wenn du im Baskenland wohnst, ist dies die erste Wahl.
3. Indexfonds
Für die zusätzliche Altersvorsorge über die 1.500 € des Rentenplans hinaus ist ein Indexfonds in Bezug auf Flexibilität und Besteuerung überlegen:
- Keine Beitragsgrenze
- Steuerfreier Fondswechsel
- Besteuerung als Kapitalertrag (19–28 %) – günstiger als die Einkommensteuer des Rentenplans
- Volle Liquidität (Rücknahme T+2)
Zugang über MyInvestor (Vanguard-Fonds) oder über einen Robo-Advisor (Indexa Capital, Finizens).
4. Festgeld und Schatzanweisungen (für konservative Anleger)
Für Anleger über 55 Jahre oder mit geringer Risikotoleranz ist es sinnvoll, den Anteil an festverzinslichen Wertpapieren zu erhöhen:
- EVO Banco-Festgeld 2,85 % – garantiert
- Schatzanweisungen ~2,46 % – Risiko: spanischer Staat
- Europäische Anleihen – Diversifizierung im Anleihebereich
Die Strategie nach Jahrzehnten
| Alter | Variabel | Anleihen/Geldmarkt | Hauptaktie |
|---|---|---|---|
| 25–40 | 80–90 % | 10–20 % | Beiträge maximieren, monatliche DCA in einen Indexfonds |
| 40–55 | 60–75 % | 25–40 | Rentenplan zur Einkommensteuerermäßigung hinzufügen, Portfolio neu ausrichten |
| 55–65 | 40–60 % | 40–60 % | Risiko schrittweise reduzieren, Auszahlungstermin berechnen |
| 65+ | 20–40 % | 60–80 % | Erträge aus dem Portfolio generieren, steuerliche Optimierung der Auszahlung |
Die richtige Reihenfolge zur Maximierung der Altersvorsorge
- Notfallfonds: 3–6 Monate auf einem verzinslichen Konto (Revolut 2,27 %, Openbank 2,02 %)
- Rentenplan: 1.500 €/Jahr, um den Einkommensteuerabzug zu nutzen
- Indexfonds: der Rest der Ersparnisse, ohne Begrenzung, mit günstigerer Besteuerung
- Immobilien: nur, wenn du die vorherigen Schritte bereits abgedeckt hast
In welchem Alter sollte man damit beginnen?
Gestern. Der Zinseszins ist eine exponentielle Funktion der Zeit. Jedes Jahr, das du wartest, verdoppelt ungefähr den Sparaufwand, der für dasselbe Ziel erforderlich ist. Wenn du 25 Jahre alt bist und 40 Jahre lang 100 € pro Monat zu 6 % anlegst: ~200.000 €. Wenn du mit 35 Jahren beginnst und 30 Jahre lang 100 € pro Monat anlegst: ~100.000 € – die Hälfte bei gleichem monatlichem Aufwand.
Siehe auch: Die besten Altersvorsorgepläne in Spanien 2026.