Wer in Spanien lebt, ohne dort steuerlich ansässig zu sein, oder als Ausländer Immobilien oder Investitionen im Land besitzt, stellt sich häufig die Frage: Kann ich ein Sparkonto oder ein Festgeldkonto eröffnen, ohne einen spanischen Steuerwohnsitz zu haben? Die Antwort lautet „Ja“, doch die Auswahl an Möglichkeiten variiert je nach Art des Finanzinstituts erheblich.
Steuerlich ansässig vs. nicht ansässig: der entscheidende Unterschied
In Spanien gilt eine Person als steuerlich ansässig, wenn sie mehr als 183 Tage im Jahr im Land verbringt oder wenn sie hier den Hauptschwerpunkt ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit hat. Nichtansässige werden anders besteuert – nämlich über die Einkommensteuer für Nichtansässige (IRNR) – und viele traditionelle Banken verlangen den Nachweis eines spanischen Steuerwohnsitzes, um Sparkonten oder Festgeldkonten zu eröffnen.
Es gibt jedoch Optionen mit sehr attraktiven Renditen, bei denen diese Voraussetzung nicht gilt.
Europäische Neobanken: keine spanische Wohnsitzpflicht
Die auf europäischer Ebene regulierten Neobanken sind die zugänglichste Option für Nichtansässige. Du benötigst lediglich einen Reisepass oder einen EU-Personalausweis:
- Trade Republic – 3,00 % APY auf das Kontoguthaben. Reguliert durch die deutsche BaFin, mit deutscher DGS-Garantie bis zu 100.000 €. In der gesamten EU verfügbar.
- Revolut – Bis zu 2,25 % APY auf Sparkonten. Litauische Lizenz, Einlagensicherung (DGS) bis zu 100.000 €.
- N26 – Sparkonto mit variabler Verzinsung. Deutsche Lizenz, Einlagensicherung in Deutschland bis zu 100.000 €.
- Bunq – Bis zu 2,46 % APY. Niederländische Lizenz, Einlagensicherung in den Niederlanden bis zu 100.000 €.
Raisin: Einlagen aus ganz Europa, ohne das Haus zu verlassen
Raisin ist der größte Aggregator für Bankeinlagen in Europa. Er ermöglicht es, Festgeldanlagen bei Banken in Deutschland, Frankreich, Österreich, der Tschechischen Republik und anderen Ländern über ein einziges Konto zu eröffnen, ohne in einem dieser Länder ansässig sein zu müssen. Du benötigst lediglich einen europäischen Ausweis und ein SEPA-Bankkonto.
Derzeit liegen die besten bei Raisin verfügbaren Renditen zwischen 2,40 % und 2,56 % APY bei Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von 12 bis 24 Monaten, alle mit einer Einlagensicherung (DGS) von 100.000 Euro.
Traditionelle spanische Banken: restriktiver
Traditionelle spanische Banken verlangen in der Regel einen steuerlichen Wohnsitz in Spanien für die Eröffnung von Sparkonten und Festgeldkonten. Für Nichtansässige, die Zugang zu traditionellen spanischen Banken benötigen, ist die NIE praktisch unverzichtbar. Diese erhält man bei den Polizeidienststellen der Policía Nacional oder bei den spanischen Konsulaten im Ausland.
Vergleich der Optionen für Nichtansässige
| Bank | Ungefährer APY | Garantie | NIE erforderlich |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 3,00 % | DGS Deutschland 100.000 € | Nein |
| Raisin (verschiedene Banken) | 2,40–2,56 % | DGS des Emissionslandes 100.000 € | Nein |
| Bunq | 2,46 % | Staatsgarantie Niederlande 100.000 € | Nein |
| Revolut | bis zu 2,25 % | DGS Litauen 100.000 € | Nein |
| BBVA / Santander | variiert | FGD Spanien 100.000 € | Ja |
Besteuerung für Nichtansässige
Zinserträge aus Konten und Einlagen werden in Spanien für EU-Bürger im Rahmen der Einkommensteuer für Nichtansässige (IRNR) mit 19 % besteuert. Für Nicht-EU-Bürger kann der Steuersatz je nach Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und dem Wohnsitzland variieren.
Die derzeit rentabelste Option
Für Nichtansässige, die Rendite ohne bürokratischen Aufwand suchen, ist Trade Republic (3,00 % APY) derzeit die wettbewerbsfähigste Option: Es ist keine NIE erforderlich, der Eröffnungsvorgang erfolgt zu 100 % digital und das Angebot steht allen europäischen Bürgern offen. Als zweite Option bietet Raisin Zugang zu einer breiten Auswahl an garantierten europäischen Festgeldanlagen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen.
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